Im Dezember 2004 fand ich im Internet einen Güldner A20 in relativ schlechtem Zustand:

Ich kaufte ihn für 1.900€. Beim Abholen stellte ich fest, dass er wenigstens keinen Platten hatte, was das Verladen schon mal erleichterte...

Als erstes kümmerte ich mich um den defekten Motor. Schnell hatte ich festgestellt, dass Einspritzpumpe und Regler festsaßen. Nachdem ich diese Teile überholt und repariert hatte, lief der Motor entgegen meiner Erwartungen recht gut. Als nächstes stand ich vor dem Problem, dass der Motor zwar lief, aber kein einziger Gang eingelegt werden konnte. Zum Glück waren alle Zahnräder noch vorhanden und in Ordnung, sodass ich nur die Schaltkulisse überholen musste. Nun war mein A20 wenigstens fahrtüchtig. Während ich mich um diverse Blechteile, wie Kotflügel und Motorhaube kümmerte, bemerkte ich ein Leck in der Wasserpumpe. Bei einem Spezialisten ließ ich defekte Teile durch neue Keramikteile ersetzen. Diese Arbeiten beschäftigten mich den ganzen Winter und  das Jahr 2005.

Im Frühjahr 2006 verpasste ich dem A20 eine neue Grundierung sowie Lackierung, nachdem ich ihn komplett abgeschliffen hatte. Nun war er bereit für seinen ersten Auftritt in der Öffentlichkeit. Am 29. Juli nahm ich ihn mit zum Schleppertreffen Röhrachhof. Die erste Enttäuschung kam dann beim Schleppertreffen in Bietigheim am 09.-10. September. Es sammelte sich immer mehr Öl an bei gleichzeitigem Wasserverlust. Schnell war klar, dass der Motorblock einen Riss haben musste und deshalb Wasser ins Öl gelangen konnte. Bei der darauffolgenden Demontage des Motors stellte ich fest, dass der Motorblock innen schonmal komplett geschweißt wurde und an dieser Schweißnaht nun ein neuer Riss entstanden war. Weitere Reparaturversuche erwießen sich als zwecklos. Also machte ich mich auf die Suche nach einem Ersatzmotor. Bei diesem Modell und Baujahr gar nicht so einfach...

Schließlich entdeckte ich in der Schlepperpost eine Verkaufsanzeige eines Motorblock. Kurzerhand war er gekauft und abgeholt. Doch auch dieser Motorblock war schon einmal geschweißt worden, allerdings nicht innen sondern außen. Es gab also noch Hoffnung. Beim Abdrücken stellte ich ebenfalls einen weiteren Riss fest. Da er nach außen war, konnte er problemlos geschweißt werden. Also tauschte ich die beiden Motorblöcke. Kurbelwelle, Pleul, Kolben, Laufbüchse, Einspritzpumpe, Regler, Ölpumpe , alle Lager, sowie Zylinderkopf wurden in den kommenden 2 Jahren Stück für Stück überholt und teilweise erneuert.

Nachdem alles wieder zusammengebaut war, stand der nächste große Auftritt des A20 bevor. Am 4. Juli 2008 ging es auf dem LKW nach Stiefenhofen bei Isny zum Weltrekordversuch. Die längste Traktorschlange der Welt sollte ins Guinness-Buch der Rekorde eingetragen werden. Am gleichen Abend versuchte ich an der Einspritzung etwas zu ändern, da der Motor einfach nicht rund lief. Unglücklicherweise brach mir dabei ein Stück der Einspritzpumpe ab. Somit konnte er bei der Traktorschlange am darauffolgenden Tag nur mit Hilfe einer Abschleppstange teilnehmen. Wieder zuhause musste die Einspritzpumpe auseinander gebaut werden. Wir trauten unseren Augen nicht, als bei der Demontage tschechische Münzen als Abstandsstücke herauskamen. Das abgebrochene Gussteil konnte wieder angeschweißt  werden.Und die Pumpe wieder zusammengebaut werden.

Am 20.Dezember 2008 erfolgte eine größere Testfahrt mit Roter Nummer von 26Kilometer, bei 15km/h ziemlich lange ausfahrt! Nachdem nun endlich der Motor seine Dienste leiste, war logischer Weise klar, das nun das Getriebe sehr stark ein Ölverlust hatte. Also wurde noch im Weihnachtsurlaub damit begonnen das Getriebe zu zerlegen. Dabei wurde das komplette Getriebe in jedes Einzelteil zerlegt, geputzt und abgeschliffen! Anschließend  zusammengebaut, alle Lager und Dichtungen neu eingesetzt!Nachdem das getriebe zusammengebaut war, gab es wiedereinmal eine Hochzeit. Bei den Testfahrten erwies sich alles als Dicht und auch in Ordnung.

Da nun alles mehrmals auseinadergebaut war und wieder zusammen, ein neuer Motorblock eingesetzt, zuletzt die Vorderachse komplett überholt wurde war der Lack schon ziemlich verkratzt. So wurde im Früjahr der komplette Traktor nochmals abgeschliffen, lackiert und grundiert.

Am 27.Juli war es dann soweit, leider erst kurz nach dem Güldnertreffen,das ich gern besuchen wollte, war alles soweit fertig!

Am gleichen Tag ging es Nachmittags noch nach Tripsdrill auf das Holzfällerfest mit Schleppertreffen.

Radnarbendeckel,Typenschilder und originales Güldneremblem fehlten leider noch.

In der zwischenzeit habe ich ein originales Güldneremblem, das zum ersten mal bei den Bulldogfreunde in Kisslegg präsentiert werde konnte.

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